Erin


"Gelitten hast du alleine...........Verloren haben wir alle!"
Brief aus der Erde
Posted by Mònica
Alle Hunde und Katzen haben ihre Persönlichkeit, und wir lieben Alle wie sie sind. Einige von ihnen sind aus irgendwelchem Grund, etwas besonders fuer uns... wie die kleine Erin.
Erin starb gestern in der Nacht, in der Mitte einer ihren encephalopathischen Krise (von ihrer Lebererkrankung verursacht). Nachdem ich sie unter Narkose gebracht habe, ich habe mich entschiedet sie einzuschläffern, darüber hatte ich schon mit meiner TÄ früher geredet und mit aller meinen Tierschutzfreunde (ich nehme diese Entscheidungen nie alleine). Ich habe gebraucht ca 1 Stunde um die Endentscheidung zu treffen, ich hatte Erin schon unter Narkose und nach viel überlegen ich habe mich entschlossen das wir Erin nicht weiterleiden lassen müssten.
In diesen Monate, eine chronische Leberinsuffisienz wurde diagnostiziert, das Grund lag an einem chronischen Infekt mit der Möglichkeit dazu dass es sich um ein Lebershunt haendelte. Nicht alle Shunts sind operierbar, nur ganz wenige und normalerweise bei ganz jungen Hunde oder Welpen... und Erin war das nicht, glauben wir. Die lezte Diagnosetesten waeren in Deutschland gemacht worden wenn wir Erin in ein Paar Woche nach Deutschland geschickt haetten. Alles war vorbereitet da unsere liebe Freundinnen von Projekt Pfote Erin übernehmen wollten, auch wenn es riesige Kosten zu Ihnen verursacht haette... Hier hätte Erin auch ein Zuhause fuer immer gehabt, weil meine Mutter sie auch adoptiert haette, wenn wir uns entschiedet hätten den Rest der Arbeit hier zu machen (eigentlich Erin wohnte bei Ihr in den lezten 2 Monate). Aber der Schicksal ist nicht immer was man erwartet. Das Leben zwischen den Strassenhunde und Katzen zeigt uns wieder und wieder wie schwierig der Kampf zum überleben ist. Man investiert all die Liebe, all das Geld, eben oft die beste medizinische Mittel und am Ende die Lösung heisst man verliert Alles.
...Mittlerweile, neben dem Kampf, es gibt Menschen die soviel Energie mit Dummheiten verschwenden... wir werden boese miteinander, bauen Misstrauen statt Vertrauen, wir trennen uns statt uns zu vereinigen, wir drücken auf dem Schwächsten, wir werden oft blind und verlieren die Sicht von unserem Ziel : diesen hilflosen Kreaturen zu helfen.
Auch neben dem Kampf, es gibt Menschen die uns zeigen dass wir nicht alleine sind.
Zu all diesen Menschen und Tierschutzvereine die uns so aufrichtig unterstützen, wollen wir uns wieder im Namen von Erin ganz herzlich bedanken.
Die Traurigkeit die ich gerade fühle, macht mich nicht schwächer. Die macht man ein bisschen stärker und überzeugt man dass es nichts Besseres im Leben gibt als die reine Liebe... diese Art von Liebe die unsere Tiere versuchen uns täglich zu lehren.

Hündin, 35cm, 5 Jahre
Mònica Planas berichtet:
13.01.2009 - Wir haben Erin aus einer Fabrik in Castellbisbal abgeholt. Als wir sie zum ersten Mal gesehen haben, waren wir sprachlos und konnten kaum glauben, dass diese arme Kreatur in so einem Zustand überleben konnte. Wir haben sie gefüttert, entwurmt und sofort eine Blutprobe zum Labor geschickt.
14.01.2009 - Erin ist nur noch Haut und Knochen, sie ist dehydriert, ohne Fell an Ohren und Schwanz, dafür mit kleinen Wunden übersät. Sie hat Leberstörungen und wir haben schon eine Behandlung begonnen. Die arme Erin sieht so traurig und hoffnungslos aus, wir hoffen von Herzen, dass sie es schafft...
08.04.2009 - Wir arbeiten nonstop mit und für Erin und es geht ihr sehr gut. Erins Blut wurde gleich zu Anfang analysiert und man hat ein Problem mit der Leber festgestellt. Wir haben sie mit einem Antibiotikum behandelt, außerdem bekam sie eine Leberdiät und Leberschützer, womit es immer besser wurde. Langsam sind auch die Haare auf dem Schwanz nachgewachsen. Doch wir haben die Blutanalysen mehrmals wiederholt und, obwohl Erin klinisch stabil war, die Werte wurden nie perfekt. Die Leberentzündung konnte nicht ganz unter Kontrolle gebracht werden. Ein Ultraschall hat ergeben, dass Erins Leber kleiner als normal ist. Wir hatten uns deshalb entschieden, dass wir unter Narkose eine Leberbiopsie machen lassen wollten. Gleichzeitig wurde ein Leishmaniose-PCR-Test (mit Knochenmark usw.) und eine Kastration vorgenommen. Vor der OP haben wir die Coagulationszeiten gemessen, um sicher zu gehen, dass die OP durchgeführt werden kann. Die Post-OP von Erin verlief erfolgreich, der PCR-Test ist negativ und nun hat die Biopsie ergeben, dass sie eine leicht chronische Entzündug der Leber hat. Wir warten auf den letzten Bericht des Labors, dann werden wir sicher auch die Ursache kennen. Das letzte Blutbild von Erin ist fast perfekt und wir hoffen, dass wir das Antibiotikum bald absetzen dürfen und die Kleine in kurzer Zeit umziehen kann.
Im Tierheim ist Erin unser kleiner Schatz. Sie benimmt sich prima und versteht sich mit allen Lebewesen. Jeder, der sie kennt, verliebt sich auf den ersten Blick. Alles, was Erin braucht, ist eine ganz liebe Familie für immer... Wir hoffen, sie findet sie bald.
28.04.2009 - Der Leishmaniose-PCR ist negativ, ebenso der serologische Test. Die Leberbiopsie von Erin hat ergeben, dass ihr Leber-Problem von einem Shunt* verursacht wird, doch die Tierärztin, die Erin operiert hat, ist sicher, dass diese Leber kleiner als normal (Microhepatica) und chronisch entzündet ist. Es kann auch beides Ursache sein: ein Shunt UND ein chronischer Infekt.
Unabhängig von der Diagnose bedeutet dies, dass Erin für immer eine Leberdiät und "Antioxidantien" bekommen muss, die die Leberfunktion unterstützen.
Ein paar Tage bevor wir die Gabe des Antibiotikums gestoppt haben, wollte Erin fast nichts mehr fressen. Sie wirkte nicht besonders froh. Ich musste sie dann zu meiner Mutter in Pflege geben, denn ich dachte, im Tierheim könnten wir sie nicht so gut unter Beobachtung halten. Bis zu diesem Moment lief alles prima, sie hatte die OP gut überstanden und auch die Post-OP war vorbei. Sie sah fröhlich aus, aber nun ganz plötzlich nicht mehr ... Bei meiner Mama möchte Erin auch nicht fressen, sie will kein l/d von Hill's (natürlich aus der Dose), kein Hepatic von Royal Canin und nicht mal gekochte Leberdiät. Sie frisst natürlich, aber nur sehr wenig.
Wir sind verzweifelt und unsere Tierärztin (welche Erin operiert hat) bot uns an, sie in Pflege zu nehmen, falls sie eine andere Umgebung lieber mag. Wir tun alles, was wir können und überlegen die ganze Zeit über, was besser für sie ist ...
Bisher waren wir so froh, dass wir so gut mit ihr arbeiten konnten. Wir haben alle möglichen Diagnose-Methoden angewandt. Inklusive Ultraschall, PCR, Biopsie usw. Wir haben all die nötigen Medikamente eingesetzt, die wir kennen. Wir haben es zum ersten Mal geschafft, dass ein Hund in unserem Tierheim medizinische Diät bekommt, ohne dass sie in einer Pflegestelle zu sein braucht. Das ist ein Erfolg für ein Tierheim! In den kälteren Monaten konnte Erin in einem Raum mit Heizung im Tierheim bleiben. Alles verlief super und nun wissen wir nicht, wie es weitergehen wird. Wir hoffen von Herzen, dass Erin es schafft.
*Shunt: Kurz erklärt, bedeutet es, dass das Blut aus den Venen nicht ganz durch die Leber läuft und die Leber somit keine richtige Entgiftung vornehmen kann. Es ist normalerweise ein Geburtsfehler.






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